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NEUE EU-REGELUNG

So klingen E-Autos  in Zukunft

Elektroauto beim Aufladen

Schall ohne Rauch – seit 1. Juli 2019 müssen alle neuen Elektroautos ein künstliches Motorengeräusch erzeugen. Ein Warngeräuschgenerator soll vor allem blinde und Menschen mit Hörminderung schützen. Wir haben uns mit dem Sound von E-Autos genauer auseinandergesetzt.

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Viel tut sich in der Entwicklung neuer Elektroautos – vor allem in Sachen Technologie und Reichweite. Geht es allerdings um die Lautstärke und damit um all jene Geräusche, die ein Verbrenner von sich gibt, um seinen Fahrer oder seine Fahrerin von seiner Leistung zu überzeugen, hat sich im Vergleich dazu bei E-Autos eher wenig abgespielt. Und so ließen E-Autos ihre Leistung bisher eher unkommentiert und präsentierten sich damit als leise Sohlen des Straßenverkehrs. 

Ab sofort müssen neue E-Autos lauter sein

Schon vor einigen Jahren warnte die britische Blindenorganisation „The Guide Dogs for the Blind Association“ davor, dass die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zwischen einem Elektroauto und einem Fußgänger um 40 Prozent höher als die eines Unfalls zwischen einem normalen PKW und einem Fußgänger. Der nahezu geräuschlose Elektroantrieb ist einer der großen Vorteile von Elektroautos. Doch kann gerade der fehlende Autolärm für Menschen, speziell für seh- und hörbeeinträchtigte Fußgänger, riskant sein. Darauf haben verschiedene Experten immer wieder hingewiesen – mit Erfolg. Denn nun wurde etwas für die Sicherheit getan: Seit 1. Juli 2019 müssen alle neuen E-Fahrzeuge in der EU bis zu einem Tempo von 20 km/h mit einem künstlichen Geräusch ausgestattet werden.

Der Einbau eines Warngeräuschgenerators, ein „Acoustic Vehicle Alert System“, wird ab sofort für alle Fahrzeugtypen in der EU zur Pflicht, die ab diesem Zeitpunkt typisiert werden. Dieses „Approaching Vehicle Alerting System“ muss im Fahrzeug verbaut werden – gleich neben der Hupe. Das ist eine Box, die dieses Geräusch quasi abstrahlt und über die sich dann das Fahrzeug bemerkbar macht“, erklärt Roland Ziegler, Sprecher des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ).

Im Einklang mit den anderen

Wie Ziegler weiter erläutert, ist nicht genau vorgegeben, wie ein E-Auto zu klingen hat. „Allerdings besagt die EU-Vorschrift, dass das Geräusch eines Elektroautos, genau wie beim Verbrennungsmotor, auf das Fahrverhalten hinweisen soll. Beispielsweise ist das Geräusch beim Bremsen ein anderes als beim Beschleunigen und ein Außensound unterscheidet sich von einem Warnsound.“ In der Verordnung ist vorgeschrieben, dass die Fahrzeuge zwischen dem Anfahren und einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein Schallzeichen erzeugen müssen. Bei schnellerer Fahrt reicht das Rollgeräusch aus, das die Reifen auf der Fahrbahn erzeugen. Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) hat auf ihrer Website einen Vorschlag dazu veröffentlicht, der allerdings eher so klingt, als würde gerade ein Raumschiff die Erde verlassen. Obwohl es auch einige experimentellere Vorschläge zu diesem Thema gibt, wird man sich auch mit den synthetisch erzeugten Geräuschen beim E-Auto nicht so weit von denen eines Verbrennermotors entfernen und mit einem absurden Klangteppich abheben.

Je nach Ausrichtung und Image begegnen Autohersteller diesem Thema aber auf unterschiedliche Weise. Mit Linkin Park (damals noch mit Sänger Chester Bennington) entschloss sich Mercedes-AMG zur Entwicklung ihrer Elektroflotte dazu, Hilfe von Menschen in Anspruch zu nehmen, die ganz genau wissen, wie Musik das Image beeinflusst. Möchte man, wie in der Autobranche meistens üblich, Emotionen verkaufen, drängt sich das Image schnell vor die Funktionalität und bleibt dort auch aufgeplustert stehen. „Jede Firma will ihr eigenes Branding, ein Geräusch, das für das Auto typisch ist. Hierbei kommt das Sound-Engineering zum Einsatz, das gewünschte akustische Informationen mit einem markentypischen Klang ausstattet“, bestätigt auch Ziegler.

Spannend bleibt es auch im Bereich der Lautstärke, denn hier wird vom Weltforum zur Harmonisierung der Fahrzeugregulierung der UNECE eine Mindestlautstärke vorgegeben. „So muss ein Elektrofahrzeug künftig bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h ein 50 Dezibel lautes Geräusch erzeugen, bei 20 km/h sind mindestens 56 Dezibel vorgeschrieben. Ein Pkw mit Verbrennungsmotor verursacht beim Vorbeifahren laut der Deutschen Gesellschaft für Akustik einen Durchschnittswert zwischen 70 und 90 Dezibel. Das Elektroauto ist also auch mit Kunstgeräusch noch leiser. Ohne extra eingebauten Sound verursachen langsam fahrende oder stehende E-Autos etwa 35 Dezibel Lärm“, erklärt Ziegler die Bedeutung der Lautstärke.

Zukunftsmusik ohne Musik

Wie Hugo Fastl, der am Lehrstuhl Mensch-Maschine-Kommunikation der Technischen Universität (TU) in München tätig ist und sich dort intensiv mit Sounddesign beschäftigt, erklärt, ist eine der wohl naheliegendsten Optionen leider nicht möglich: Musik, die meist ohnehin im Auto läuft, könnte doch nach außen übertragen und damit auch dafür genutzt werden Fußgänger zu warnen. So etwas sei jedoch leider nicht vorgesehen. Weshalb das so ist, kann er gut verstehen, wie er in einem Interview mit dem Onlinemagazin Golem erklärt: Während einer Gastprofessur in Japan probierte er einen Drucker zu entwickeln, der beim Drucken eine Melodie spielte. Das war zunächst ganz nett, aber spätestens nach zwei Wochen kann so etwas niemand mehr hören.

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