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Hören Sienoch alle Töne?

Wenn man schlecht hört, ist der Alltag nicht mehr so wie früher: Gewisse Töne verschwinden, das Verstehen wird immer schwieriger.  Umso wichtiger ist es, sich im Falle einer Hörminderung rechtzeitig helfen zu lassen.

Puzzles üben seit jeher eine besondere Faszination auf Jung und Alt aus. Es ist der Reiz, aus unzähligen Einzelstücken ein großes Ganzes zu formen. Und auf dem oft weiten Weg dorthin kommt es schon einmal vor, dass man den Überblick und die Nerven verliert. Weil man ein bestimmtes Teil nicht gleich findet. Oder weil es einfach weg ist. Was in solchen Momenten aber wichtig ist, sind Geduld und Zeit.

Ähnlich ist es bei einer Hörminderung. Aus Gesprächen und Umgebungslauten entsteht ein Geräusche-Chaos, das alleine nur schwer zu entwirren ist. Das Klangbild wird unvollständig – wie bei einem Puzzle, bei dem Teile fehlen. Und spätestens dann benötigt es technische und menschliche Unterstützung, damit das Bild wieder vollständig wird.

Die Folgen einer Hörminderung

„Meistens setzt eine Hörminderung schleichend ein. Die Umgebung klingt zunehmend anders –als ob alles verschwimmt“, erklärt Hörakustik-Meister Andreas Grill von Neuroth. Bei einer Hörminderung hört man nicht nur alles leiser, sondern unvollständig. Nach und nach verabschieden sich gewisse Laute und Silben, die aber für das Sprachverstehen essenziell sind. Ton für Ton. Buchstabe für Buchstabe.

Im Alter sind es in erster Linie Konsonanten bzw. hochfrequente Laute wie „s“, „f“ und „sch“, die man nur mehr schwer wahrnehmen kann. Aus „schön“ wird somit schnell der „Föhn“, Gesprächen kann man kaum folgen, man muss häufig nachfragen und sich stärker konzentrieren. Aber auch auf das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden wirkt sich eine Hörminderung aus: Wer schlecht hört, isoliert sich häufig und rutscht in eine Depression. Außerdem zählt Schwerhörigkeit zu den offiziellen Risikofaktoren für Demenz.

Vertrauensvolle Begleitung

Umso wichtiger ist es, sich so früh wie möglich kompetente Unterstützung zu holen – zuerst von einem HNO-Facharzt, dann von einem Hörakustiker. „Hören ist etwas sehr Persönliches. Deshalb zögern Menschen mit Hörminderung oft, bis sie den Schritt tatsächlich wagen. Die Angehörigen nehmen hier oft eine sehr wichtige Rolle ein“, sagt der Grazer Hörakustik-Experte aus Erfahrung.

Wieder gut hören zu können ist jedoch ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert, sondern Geduld erfordert. „Jedes Gehör ist anders. Hörgeräte müssen deshalb auch sehr individuell auf den jeweiligen Träger und seine Bedürfnisse eingestellt werden“, sagt Grill. Schritt für Schritt muss sich das Gehirn erst wieder daran gewöhnen, alle Geräusche verarbeiten zu können. Und dann kehrt Ton für Ton wieder zurück, das Klangpuzzle vervollständigt sich und das Gesprochene ergibt wieder einen Sinn.

Hören mit Hörminderung

Hören mit Hörminderung

Hören ohne Hörminderung

Hören ohne Hörminderung

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