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Lärm-Blitzer: „Say cheese”
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

NEUE RADARGERÄTE GEGEN LÄRM

Lärm-Blitzer: „Say cheese”

Autor

Elena Barnard

Neuroth

18.09.2019

Alle Verkehrsteilnehmer, die gerne den Motor aufheulen lassen oder mit getunten (zu lauten) Fahrzeugen unterwegs sind, wird diese Nachricht weniger freuen, die Anrainer dafür umso mehr: Denn neue Lärm-Blitzer sollen Lärm auf Straßen eindämmen. Frankreich testet die neue Technik bereits und auch weitere Länder, darunter Großbritannien, Deutschland oder die Schweiz, sehen Vorteile in der Anschaffung der Radarfallen gegen Lärm.

Wer gerne den Motor seines Gefährts an der Ampel aufheulen lasst oder besonders laut unterwegs ist, sollte künftig aufpassen: Denn die Lärm-Blitzer kommen. Um Anrainer vor zu viel Straßenlärm zu schützen, gibt es in manchen Ländern in Europa erste Pilotversuche mit Lärm-Radargeräten: Frankreich hat bereits offiziell begonnen, die neu entwickelten Geräte im Raum Paris zu testen. In der Schweiz und Deutschland gibt es auch konkrete Pläne, in manchen Städten bzw. Regionen Lautstärke-Fallen aufzustellen.

Die neuen Blitzer bestehen aus vier Mikrofonen und einer Kamera zur Identifizierung des Übeltäters. Wird man erwischt, bekommt man die entsprechende Strafe wie bei einem herkömmlichen Blitzer zugeschickt. Die Lärm-Fallen wurden im Laufe dieses Jahres neu entwickelt und stoßen in diversen Sparten auf mögliche Abnehmer. Potentielle technische Schwierigkeiten stellt jedoch noch unter anderem die genaue Erkennung des Lärm verursachenden Fahrzeugs in der dreidimensionalen Umgebung dar. Auch rechtliche Fragen sind zum Teil noch offen. In puncto Anschaffungskosten spielen die Lärm-Erkenner in einer Liga mit den ursprünglichen Fallen für Verkehrsraser.

Jeder 4. leidet unter zu viel Verkehrslärm

In Europa ist durchschnittlich rund jeder Vierte zu viel Verkehrslärm ausgesetzt, wie Daten der Europäischen Umweltagentur zeigen. Die von der Weltgesundheitsorganisation definierte kritische Grenze in Sachen Straßenlärm liegt bei durchschnittlich 55 Dezibel pro Tag. Ist man täglich einem höheren Lautstärkepegel ausgesetzt, kann sich das auf Dauer negativ auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Der Straßenverkehr sorgt für den größten Lärm – gefolgt vom Zug- und Flugverkehr.

Zurzeit liegt die Lautstärken-Grenze eines jeden Personenkraftwagens im Straßenverkehr bei 74 Dezibel. Serienmäßig wird sowieso kein Fahrzeug zugelassen, das den Grenzwert des Gesetzgebers überschreitet. Ein Lamborghini Aventador hat, nur so zum Vergleich, 71,2 Dezibel im Typenschein stehen. Es muss bei neueren Fahrzeugen also extra Hand am jeweiligen Modell angelegt werden, um von einem Lärm-Blitzer erkannt zu werden.

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