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AKUSTISCHE KAMERAS

Wenn Lärmsichtbar wird

Die akustische Kamera deckt versteckte Lärmquellen auf.

Geräusche fotografieren – das können Thomas und Barbara Rittenschober, Ehepaar und Startup-Gründer aus Leonding in Oberösterreich. Ihre akustische Kamera visualisiert Lärm und ist so ein wichtiger Schritt, um die Lärmbelastung in Bauakustik und Maschinenbau zu verringern.

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3.9

Es wird an einem neuen Motor für ein Fahrzeug gebaut. Akribisch geplant, steht das fertige Produkt nach Wochen des Herumtüftelns in der Werkstatt. Der Motor läuft, kein Rädchen spießt, die Ingenieure blicken voller Stolz auf ihr Meisterstück – und doch scheint etwas nicht zu passen. Der Sound klingt nicht so wie erwartet, kratzt an den gesetzlichen Lärmgrenzwerten und keiner weiß, woher der Lärm kommt.

„In vielen Fällen treten akustische Probleme an Produkten spät im Entwicklungsprozess auf“, erklärt Dr. Thomas Rittenschober, „zum Beispiel, wenn erste Prototypen bereits gebaut worden sind.“ Um das Geräuschproblem jetzt schnell zu beheben, müssen die Ingenieure die Quelle des Lärms finden. Und hier kommt Rittenschobers akustische Kamera ins Spiel.

Die Geheimwaffe gegen versteckten Lärm

„Seven Bel“, so heißt die Lärmkamera, die der Mechatroniker entwickelt hat. Sie visualisiert Lärmquellen in Bildern, mit denen Ingenieure zielgerichtet an Lösungen arbeiten können. Verwendet wird die Kamera zum Beispiel in der Bauakustik – wo man Lärmquellen in Räumen identifiziert –, bei Fahrzeugen oder in der Anlagenüberwachung von Maschinen. Bei Motoren, Lüftern oder Fräsen kann es nämlich sein, dass sich der Schall in der Konstruktion ausbreitet und an Schwachstellen, zum Beispiel über dünne Blechverkleidungen, abgestrahlt wird.

Thomas und Barbara Rittenschober stecken hinter Seven Bel.
Thomas und Barbara Rittenschober sind das Team hinter der akustischen Kamera von "Seven Bel".

Und zu viel Lärm kann nicht nur Auswirkungen auf unser Gehör haben, wie Rittenschober weiß: „Die Dauer und der Pegel des Schalldrucks haben auch einen schlechten Einfluss auf unser Herz-Kreislauf-System. Immer mehr Hersteller von Maschinen und Transportmitteln legen daher unter anderem auch Wert auf besseres akustisches Produktdesign, das über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht.“

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“

Zurück zu unserem Beispiel: Der Motor ist zu laut und keiner weiß, wo die ungewollte Lärmquelle sitzt. Die akustische Kamera macht ein Bild von dem Produkt und den versteckten Schallquellen. Die Ingenieure erkennen sofort, wo das Problem liegt. „Bilder sagen mehr als tausend Worte. Sobald ein Ingenieur die farbliche Darstellung von Schallquellen auf den Bildern sieht, verbindet er diese mit seinem Wissen über Konstruktionsdetails“, sagt Rittenschober, „durch die Bilder ergibt sich eine erstaunliche Dynamik, mit der an einer schnellen und zielgerichteten Lösung getüftelt wird.“

Bunte Farbflächen lokalisieren Geräuschquellen
Bei dieser Aufnahme der akustischen Kamera sieht man die Lärmquellen eines Umspannwerkes.

Akustische Kameras gibt es bereits seit 2001. Diese sind jedoch im industriellen Bereich sehr teuer, komplex in der Bedienung und aufgrund des hohen Gewichts wenig mobil. Die akustische Kamera von „Seven Bel“ misst mit zwei rotierenden Mikrophonen den Schalldruck, der von einem Objekt ausgesendet wird. „Die Daten werden an ein Smartphone drahtlos übertragen, in die Cloud zur Verarbeitung gesendet und kommen dann in Form von akustischen Bildern zurück, die mit optischen Bildern überlagert werden“, erklärt der Mechatroniker.

Autorin: Isabella Zick

„Leise“ Helfer gegen Lärm im Berufsalltag

Gerade in der Industrie sind Lärmquellen der stete Begleiter im Arbeitsalltag. Ab 85 Dezibel Dauerbelastung ist beim Arbeiten das Tragen eines Gehörschutzes Pflicht. Die speziell für die Industrie und das Gewerbe entwickelten Gehörschutz-Lösungen von Neuroth werden individuell an die Ohren und Anforderungen im Beruf angepasst. Der Gehörschutz filtert gefährliche Frequenzen optimal, Sprache und Signale kann man dennoch weiterhin wahrnehmen – eine „leise“ Lösung für alle, die in einem lauten Beruf arbeiten. 

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