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Klangfarbe: Der Ton macht die Musik
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

KLANGFARBE

Der Ton macht die Musik

07.07.2015

Eine Trompete klingt scharf, die Flöte sanft, die Klarinette nasal – wir können ein Instrument schon an seinem Klang erkennen. Das liegt an der Klangfarbe, die sich aus Grund- und Obertönen, Lautstärke, Rauschanteil und Einschwingvorgang zusammensetzt.

Wer die berühmte Mundharmonika aus dem Soundtrack zu „Spiel mir das Lied vom Tod” hört, hat sofort die staubigen Bilder des bekannten Westerns vor Augen. Das haben wir nicht zuletzt ihrer einprägsamen Klangfarbe zu verdanken.

Nicht nur Filmkomponist Ennio Morricone weiß mit Klangfarben umzugehen, auch die großen Klassiker – Schubert, Mozart, Tschaikowski und viele mehr – setzten sie bewusst ein, um einen Wiedererkennungswert, ihren eigenen „Sound”, zu schaffen. „Der Begriff Klangfarbe sagt vielen etwas, doch ist die Bedeutung etwas unklar”, sagt die Musikwissenschaftlerin Monika Voithofer, „in meiner Forschung und auf der Suche nach einer brauchbaren und möglichst einfachen Definition ist mir aufgefallen, dass es eine solche einfach nicht gibt.“

Klangfarbe – ein buntes Gemisch

„Gegenüber Melodie, Harmonie und Rhythmus nimmt die Klangfarbe in der Regel eine untergeordnete Position ein. Das liegt vor allem daran, dass ein Verständnis der Klangfarbe ohne technische Hilfsmittel fast unmöglich ist“, erklärt die Musikwissenschaftlerin. Tonhöhen oder verschiedene Rhythmen sind bekanntlich leicht messbar, da sie als einzelne Elemente vom Gehör „verstanden” werden können. Die Klangfarbe dagegen ist ein kunterbuntes Gemisch, welches sich aus mehreren Elementen zusammensetzt, jedoch nur als Ganzes erfasst werden kann. Die Klangfarbe ist – vereinfacht – ein fester Bestandteil eines Tons, der durch sein Schallspektrum definiert wird. Das Schallspektrum wiederum setzt sich aus mehreren Elementen wie dem Grundton, den Obertönen, sowie verschiedenen Rauschanteilen, dem zeitlichen Verlauf des Spektrums oder auch der Lautstärke zusammen.

Die Klangfarbe der Trompete

Am Beispiel der Trompete kann man sich das so vorstellen: Sie ist aus Blech, im Verhältnis zu einer Tuba relativ klein und der Ton entsteht, anders als zum Beispiel bei Schlaginstrumenten, zwischen Lippen und Mundstück. Dazu kommt die enge Mensur – das Verhältnis zwischen der Länge und dem Durchmesser des Rohres –, die für den scharfen Ton der Trompete verantwortlich ist. Dies alles gibt dem Ton der Trompete eine wiedererkennbare Färbung: die Klangfarbe.

Ganz großes Gefühlskino

Die Musikwissenschaftlerin Monika Voithofer erklärt: „Durch die Klangfarbe klingen Instrumente, die den gleichen Ton spielen, , trotzdem vollkommen unterschiedlich. Ein Klavier, das ein c’ spielt, klingt auf Grund seiner eigenen Klangfarbe nicht gleich wie eine Geige, die denselben Ton spielt.” Aber es geht noch weiter: „Nicht nur das Spektrum einzelner Instrumente hat eine bestimmte Klangfarbe, auch Mischklänge, wie das Zusammenspiel eines Orchesters oder der Lärm einer Großkreuzung, haben ihre spezifische Färbung. Dabei wird die Klangfarbe aber hauptsächlich unbewusst und auf emotionaler Ebene wahrgenommen. So erklärt sich auch der Wiedererkennungswert mancher Musikgruppen.“

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