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Gesundes Gehör, gesunder Geist

Wer gut hört, bleibt länger aktiv

Wer gut hört, bleibt im Alter länger geistig fit und aktiv. Hörgeräte können dabei helfen, Demenz vorbeugen – das zeigen mehrere Studien. 

Das Gehirn als „größter Muskel“ reagiert auf regelmäßige Beanspruchung wie alle Muskeln des Körpers: umso mehr man es trainiert, fördert und fordert, desto besser funktioniert es. Sogar Demenz kann laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Frankreich durch die richtige Verwendung von Hörgeräten vorgebeugt werden.

Schon 2011 haben Forscher des John-Hopkins-Zentrums für Alter und Gesundheit in Baltimore (USA) in einer Studie gezeigt, dass auch das Gehirn leidet, wenn die Ohren leiden. Personen, die schlechter hören, haben im Vergleich zu normal hörenden Menschen ihre geistigen Fähigkeiten im Verlauf der Studie um bis zu 41 Prozent schneller eingebüßt. Auch die neue französische Studie, die über einen Zeitraum von 25 Jahren durchgeführt wurde, bestätigt: Ein unbehandelter Hörverlust beschleunigt den kognitiven Verfall.

Früh einschreiten

„Je früher man entdeckt, dass jemand schlecht hört, desto besser für den Menschen. Und das Gehirn“, bestätigt auch Stefanie R. Auer, PhD, Universitätsprofessorin für Demenzforschung an der Donau-Universität Krems und wissenschaftliche Leiterin der MAS Alzheimerhilfe. Die Forschung in diesem Bereich stecke aber noch in den Kinderschuhen und der Fokus der Wissenschaftler müsse verstärkt in diese Richtung gehen, erklärt Auer.

Dass das Gehör einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, selbstbestimmt und sozial integriert leben zu können, beschreibt auch Auer: „Jemand, der schlecht hört oder generell schlechte Sinneswahrnehmungen hat, grenzt sich von der Außenwelt ab. Diese soziale Isolation, auch durch den fehlenden sprachlichen Austausch mit anderen Menschen, ist möglicherweise ein wesentlicher Grund für das Fortschreiten einer Demenz.“ Für Auer ist es deshalb unerlässlich, frühzeitig zu handeln: „In der MAS Alzheimerhilfe setzen wir auf die Früherkennung von Demenz. In dieser Früherkennungsphase prüfen wir auch immer, ob jemand schlecht hört und schicken den Betroffenen dann umgehend zum HNO-Arzt.“ Für Auer sollte der Gang zum Hörtest so selbstverständlich sein wie die jährliche gesundheitliche Vorsorgeuntersuchung. „Wenn erst einmal die Angehörigen meinen, dass da etwas mit dem Hören nicht stimmt, ist es manchmal schon zu spät.“

Hörgeräte helfen gegen kognitiven Verfall

Schon 1989 und 1990 begann die umfassende Studie aus Frankreich, an der 3670 zufällig ausgewählte Personen im Alter ab 65 Jahren teilgenommen haben. Im Laufe der letzten 25 Jahre wurden die Daten der Probanden regelmäßig ausgewertet. Verantwortlich für die Studie zeichnet die französische Professorin Hélène Amieva und ihre Mitarbeiter. Sie verglichen, welchen Verlauf der Rückgang der geistigen Leistungen bei älteren hörgeschädigten Menschen mit oder ohne Hörgeräten nimmt. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Teilnehmer, die trotz Schwerhörigkeit keine Hörgeräte trugen, schnitten bei dem Test signifikant schlechter ab als Träger von Hörgeräten. Die Testergebnisse dieser Gruppe unterschieden sich überhaupt nicht von jenen der Senioren mit vollkommen gesundem Gehör. Hörgeräte können daher einen Beitrag leisten, länger geistig fit zu bleiben. Umso mehr sollte rechtzeitig vorgesorgt und das Hörvermögen regelmäßig überprüft werden. Denn bleibt die Hörminderung unbehandelt, verschlechtert sich das Gehör weiter – und in Folge auch das Sprachverständnis.

Rechtzeitige Vorsorge hilft

Der erste Schritt zu besserem Hören ist ein professioneller Hörtest, den man kostenlos bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker machen kann. In einer speziell isolierten Hörkabine wird dabei mit verschiedenen Kopfhörern in lediglich 15 Minuten gemessen, in welcher Lautstärke Töne auf beiden Ohren wahrgenommen werden. Selbst kleinste Veränderungen im Hörvermögen können dabei frühzeitig erkannt und behandelt werden – mit den richtigen Hörgeräten. Und diese werden nicht nur immer kleiner und verschwinden beinahe im Ohr, sondern sind auch immer einfacher zu bedienen. Die meisten Hörgeräte stellen sich automatisch auf die jeweilige Umgebung ein und liefern den optimalen Klang direkt ins Ohr. Für jeden Betroffenen bedeutet das eine enorme Steigerung der Lebensqualität.

Hörgeräte müssen aber unbedingt in die Ohren der Betroffenen und nicht in deren Nachtkästchen verschwinden, da sich Gehör und Gehirn erst Schritt für Schritt wieder an das natürliche Hören gewöhnen müssen. Das Gehör braucht Zeit, Geduld, Training und kompetente Beratung, damit besseres Hören auch zu einem besserem Verstehen führt. Je intensiver ein Hörgerät getragen wird, desto schneller schreitet der Gewöhnungsprozess voran und Erfolge stellen sich ein. Denn: Wenn das Gehirn immer etwas zu tun hat, immer neue Geräusche über die Ohren aufnimmt, neue Bilder über die Augen sieht und neue Geschmäcker entdeckt, wird auch das Gehirn im Alter leistungsfähig bleiben.