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Hearo: Hörgerät statt Headset
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

TEIL 6 DER SERIE "HEARO – HELDEN DES HÖRENS"

Hörgerät statt Headset

Autor

Lisa Maria Sommer (Neuroth)

Lisa Maria Sommer

Neuroth

18.06.2020

Warum Homeoffice mit Hörgeräten viel praktischer ist als ohne, wieso man nicht immer alles hören muss und was der brasilianische Regenwald eigentlich damit zu tun hat – der 31-jährige Stefan Raß erzählt über seinen Alltag mit Hörgeräten. Teil 6 unserer Porträt-Serie „Hearo – Helden des Hörens“.

Maskenpflicht im Supermarkt, ausverkaufte Desinfektionsmittel, geschlossene Schulen, Arbeitsalltag im Homeoffice: Corona hat uns in den letzten Wochen vor neue Herausforderungen gestellt – nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Bereich. Der Esstisch wurde zum persönlichen Arbeitsplatz umfunktioniert, Telefonkonferenzen im Wohnzimmer standen plötzlich auf der Tagesordnung, Homeoffice wurde bei vielen zum täglichen Normalzustand. So auch bei Stefan Raß, IT-Experte bei Neuroth. Seit der Corona-Krise arbeitet der 31-Jährige teilweise im Homeoffice und hat dabei, dank seiner Hörgeräte, tatkräftige Unterstützung. Die sind aber nicht nur in der neuen Arbeitssituation, sondern auch im Alltag eine echte Erleichterung – vor allem, wenn die Nachbarskinder mal zu laut werden.

Von Calls und Selbstgesprächen

Aber nicht nur seine Akku-Hörgeräte hat Stefan vielen anderen im Homeoffice voraus. Auch die technische Ausstattung in seinen vier Wänden kann sich sehen lassen. „Als passionierter PC-Gamer hat man definitiv einen Vorteil“, lacht er. Laptop auf dem Esstisch ist bei ihm zu Hause nämlich kein Thema. Voll ausgestattet mit zwei großen Bildschirmen sitzt er in seinem hauseigenen Büro. Ist ihm nach einem Tapetenwechsel, gibt es Telefonkonferenzen auch auf der Couch.

Telefoniert wird im Homeoffice oft. Mit Firma und Kollegen in Verbindung zu bleiben, hat höchste Priorität – ganz klar. Als Hörgeräte-Träger braucht Stefan dafür aber weder Kopfhörer noch Smartphone: „Da mein Arbeitsalltag derzeit zu einem großen Teil aus Video- und Telefonkonferenzen besteht, verwende ich hauptsächlich die Bluetooth-Audioverbindung. Entweder kopple ich meine Hörgeräte mit dem Laptop oder dem Handy“, erzählt er. „Via Bluetooth habe ich mein Headset ja so gut wie immer im Ohr integriert. Andere glauben zwar manchmal ich führe Selbstgespräche, für mich ist das aber schon zur Gewohnheit geworden.“

Auch an unterschiedliche Gesprächssituationen kann sich Stefan schnell anpassen: „Mittels Smartphone-Koppelung stelle ich meine Hörgeräte mit einer App einfach auf die benötigte Hörsituation ein, indem ich zum Beispiel die Lautstärke regle oder Störgeräusche unterdrücke. Auch die Sprachübertragung ist richtig gut, so als würde mein Gesprächspartner direkt neben mir sitzen.“

Stefan hat dank seiner Hörgeräte alle Töne direkt im Ohr – und sein Hund hat alles im Blick.

Stefan hat dank seiner Hörgeräte alle Töne direkt im Ohr – und sein Hund hat alles im Blick.

Von der Dusche bis in den Regenwald 

Und wie lebt es sich eigentlich abseits des Jobs mit Hörgeräten? „Richtig gut”, sagt Stefan. „Einige kleine Pannen waren aber auch schon dabei.” Denn obwohl er seit seinem 11. Lebensjahr Hörgeräte trägt, vergisst er auch mal gerne darauf – oder vielleicht gerade deshalb. „Meine Hörgeräte sind so bequem zu tragen, dass ich sie gar nicht mehr spüre. Ich habe mich auch schon mal unter die Dusche gestellt und mich über das laute Plätschern gewundert. Da war es aber schon zu spät. Nachdem die Hörgeräte wieder trocken waren, haben sie aber wieder einwandfrei funktioniert. War also nur ein kurzer Schreck”, erzählt er mit einem Schmunzeln.

Aber nicht nur in der Dusche, sondern auch sonst mussten Stefans Hörgeräte schon einige Bewährungsproben bestehen. Beispielsweise auf einer seiner zahlreichen Reisen, vom brasilianischen Regenwald über den Machu Pichu bis nach China oder Zypern. Den unterschiedlichen Klimazonen haben seine Hörgeräte meistens standgehalten. „Da waren sogar meine Hörakustiker beeindruckt”, erzählt Stefan. „Blöd ist nur, wenn man unvorbereitet in den Regen kommt. Da schalten sie sich manchmal kurz ab. Aber auch hier war nach dem Trockenwischen wieder alles gut.”

Und was, wenn der ganze Trubel zu viel wird und man mal seine Ruhe braucht? „Dann stelle ich meine Hörgeräte einfach ‘stumm’. Das mache ich gerne, um dem Verkehrslärm zu entfliehen, oder wenn die Nachbarskinder mal zu laut werden. Im Homeoffice bleiben die Hörgeräte aber natürlich durchgehend an”, sagt Stefan und lächelt.

Ob mit Smartwatch oder Smartphone, Stefan ist immer bestens verbunden.

Ob mit Smartwatch oder Smartphone, Stefan ist immer bestens verbunden.

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