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Hören und Verstehen während der Krise
DAS MAGAZIN VON NEUROTH

CORONA-KRISE

Bei jedem 2. ist das Hörbewusstsein gestiegen

Autor

Thomas Huber - Neuroth-Pressesprecher - PR/Content

Thomas Huber

Neuroth

16.06.2020

In Corona-Zeiten hat unser Gehör noch mehr an Bedeutung gewonnen. Das zeigt auch eine neue Umfrage von Neuroth: Bei jedem Zweiten ist das Hörbewusstsein gestiegen. Jeder Neunte hat Probleme mit dem Hören und Verstehen bemerkt – etwa beim Telefonieren.

Die Corona-Krise hat auch das Kommunikationsverhalten verändert: Der persönliche Kontakt wurde großteils von Telefonaten und Video-Calls abgelöst – auch für die Ohren eine besondere Herausforderung. Rund 55 Prozent der Österreicher bestätigen, dass ihr Bewusstsein für ein gutes Gehör in Zeiten der fehlenden nonverbalen Kommunikation gestiegen ist. Rund jeder Neunte – vor allem Über-65-Jährige – gibt an, Probleme mit dem Hören und Verstehen bemerkt zu haben – etwa beim Telefonieren oder Fernsehen. Jeder Siebente ortete bei Angehörigen Probleme. Und mehr als jeder Zweite klagt über Verständigungsprobleme aufgrund des Mund-Nasen-Schutzes. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage von Neuroth, die das Linzer Marktforschungsunternehmen Whitebox unter rund 800 Österreichern (im Alter von 18 bis 76) online durchgeführt hat.

„Gut zu hören ist der Schlüssel zu gelungener Kommunikation und die Basis für soziale Interaktion – sozusagen das Ohr zur Welt. Leider wird unser Gehör aber nach wie vor unterschätzt. Dabei ist es vor allem in Krisenzeiten wichtig, sich gut verständigen und zum Beispiel Nachrichten im TV oder Radio problemlos konsumieren zu können. Das hat man in den vergangenen Wochen besonders bemerkt“, sagt Hörakustik-Experte Lukas Schinko, Vorstandsvorsitzender von Neuroth.

Infografik mit Zahlen und Fakten zum Thema „Hören und Verstehen während der Corona-Krise“ (Quelle: Neuroth)


Die wichtigsten Umfrage-Erkenntnisse
:

 

  • Rund jeder neunte Österreicher bemerkte in der Corona-Krise Probleme beim Hören und Verstehen – vor allem Über-65-Jährige.
  • Jeder Siebente stellte bei Angehörigen (z.B. beim Telefonieren) Schwierigkeiten fest.
  • Jeder Zweite berichtet außerdem von Verständnisproblemen mit MNS-Masken.
  • Hörgeräte sind während der Krise vor allem fürs Fernsehen wichtig gewesen.
  • Die durchschnittliche Tragedauer von Hörgeräten ist um ca. eine Stunde gestiegen.
Infografik zum Downloaden

Jeder Neunte hat Hörprobleme bei sich selbst festgestellt – vor allem ältere Zielgruppe betroffen

Die Details der aktuellen Umfrage zeigen, dass vielen Österreichern die Verständigung und Kommunikation während der Corona-Krise nicht immer leichtgefallen ist: 11 Prozent der Befragten – also rund jeder Neunte – stimmten der Aussage (eher) zu, bei sich selbst Probleme mit dem Hören und Verstehen in bestimmten Alltagssituationen bemerkt zu haben. Deutlich höher ist die Zustimmung bei der älteren Zielgruppe: So berichteten vor allem die Über-65-Jährigen von Verständnisproblemen – zum Beispiel beim Telefonieren, Fernsehen oder Radiohören. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein – dafür sprechen die 17 Prozent der Befragten, die „eher keine“ Hörprobleme festgestellt haben, was doch auf ein gewisses Ausmaß an Verständigungsschwierigkeiten schließen lässt.

Bei der Frage, ob sie bei Angehörigen bzw. Gesprächspartnern während der Krise Indizien für eine Hörminderung bemerkt haben, war die Zustimmung noch höher: Rund jeder Siebente – 15 Prozent – ortete bei seinem Gegenüber (eher) Verständnisschwierigkeiten. „Eine Hörminderung tritt meist schleichend eintritt. Sie wird daher leider oft lange nicht bemerkt oder verdrängt – im Schnitt bis zu zehn Jahre lang. Angehörige nehmen daher eine wichtige Rolle ein. Schätzungen zufolge geht man sogar davon aus, dass rund jeder fünfte Österreicher schlecht hört. Umso wichtiger ist es, regelmäßig einen Hörtest zu machen – entweder bei einem HNO-Arzt oder einem Hörakustiker,“ erklärt Schinko.

55 Prozente haben Verständigungsprobleme mit Mund-Nasen-Schutz – Hörbewusstsein ist gestiegen

Viele Österreicher werden auch darüber erleichtert sein, dass die Maskenpflicht in vielen Bereichen gefallen ist: Denn rund 55 Prozent gaben an, Probleme beim Verstehen zu haben, wenn das Gegenüber einen Mund-Nasen-Schutz trägt. Was auffällt: Kommunikationsprobleme gaben vor allem auch die jüngeren Befragten an.

„Unsere Hörakustiker haben auch bemerkt, wie schwer die Kommunikation mit Mund-Nasen-Schutz vor allem Menschen mit Hörminderung fällt. Für sie ist die Lockerung mit Sicherheit eine Erleichterung“, sagt Schinko, der sich über ein gesteigertes Hörbewusstsein freut. Laut Umfrage gab nämlich über die Hälfte der Befragten (55 %) an, dass ihnen die Wichtigkeit eines guten Gehörs während der Corona-Krise bewusster geworden ist. „Besonders auffallend ist der hohe Grad an Zustimmung bei den Über-65-Jährigen. In dieser Gruppe ist 75 Prozent der Befragten die Wichtigkeit eines guten Gehörs bewusster geworden“, sagt Marktforschungsexpertin Daniela Höllerbauer, Geschäftsführerin der Whitebox GmbH.

Hörgeräte während der Krise vor allem fürs Fernsehen wichtig

Wie es Hörgeräteträgern während der Krise ergangen ist, hat Neuroth zusätzlich abgefragt – in Form einer telefonischen Kurzumfrage unter 200 Neuroth-Kunden, die noch während der Ausgangsbeschränkungen durchgeführt wurde. Auf die Frage, in welchen Situationen ihre Hörgeräte besonders geholfen haben, lauteten die häufigsten Antworten: beim Fernsehen/Radiohören (35 %), beim Telefonieren (29 %) und bei der direkten Kommunikation mit anderen Menschen (22 %).

Auch hat sich gezeigt, dass die durchschnittliche Tragedauer von Hörgeräten während der Krise gestiegen ist:  Rund 10,5 Stunden haben Hörgeräteträger laut eigenen Angaben im Durchschnitt ihre Hörgeräte während der Ausgangsbeschränkungen täglich getragen – ca. eine Stunde länger als sonst. „Die aktuelle Corona-Situation hat gezeigt, wie wertvoll ein gutes Gehör im Alltag ist. Hören ist ein Grundbedürfnis, zu dem jeder Zugang haben sollte. Umso wichtiger ist es, bei einer Hörminderung rechtzeitig auf Hörgeräte zurückzugreifen, um auch im Krisenfall bestmöglich versorgt zu sein und aktiv am Leben teilhaben zu können“, resümiert Lukas Schinko.

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