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Hörverlust und Tinnitus aus dem Blick eines Experten

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Hörverlust und

Tinnitus

aus dem Blick

eines Experten

Autor*in

Carmen Scherbichler

Carmen Scherbichler

31.01.2023

Dr. Johannes Schobel beantwortet uns heute einige Fragen rund um das Thema Hören, Hörgeräte und Tinnitus. Er ist seit 1990 Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Gesundheit. Seine Schwerpunkte sind die gehörverbessernde Chirurgie, Tinnitus und Hörgeräteversorgung. Die Gesundheit unserer Ohren ist eine komplexe Angelegenheit. Sie hat verschiedene Auswirkungen auf unser Leben und ein Hörverlust hat ebenso vielfältige Ursachen. Wir beleuchten hier einige gängige Fakten zum Thema Hörminderung sowie Tinnitus und erklären, wie man die ersten Anzeichen erkennt.

Wann und wie tritt eine Hörminderung auf?

 Dr. Schobel erklärt dazu Folgendes: Bei einer überraschenden oder dramatischen Hörverschlechterung ist der Besuch bei einem*er HNO-Spezialist*in für die meisten selbstverständlich. Anders sieht es bei einer graduellen Verschlechterung aus. Anzeichen dafür sind oft ab dem 50. Lebensjahr zu erkennen, obwohl sich diese Altersgrenze durch unsere laute Gesellschaft zunehmend verschiebt. Die sogenannte Presbyakusis bzw. Altersschwerhörigkeit ist oft für Außenstehende einfacher ersichtlich. Ein erstes Merkmal ist, dass man zwar alles noch vergleichsweise gut hört – aber nicht mehr gut versteht. Da das Sprachverstehen ein wichtiger Aspekt der Kommunikation ist, sollte man hier gleich einen unverbindlichen Termin bei einer*em Expertin*en wahrnehmen.

Was meint man mit Tinnitus?

Die Ursachen sind oft sehr schwer zu finden – und das Unwohlsein bei Betroffenen ist oft groß. Es geht um die (manchmal unerklärlichen) Geräusche, die direkt aus den Ohren zu kommen scheinen. Hier gibt es verschiedene Variationen. Man spricht auch von einem sogenannten Subjektiven-Tinnitus – also einem Ton im Innenohr, der nicht von äußeren Geräuschquellen oder Umständen ausgelöst wird. Bei einer kurzen Dauer ist das ebenso harmlos wie weit verbreitet. Laut Dr. Schobel hören rund 3 % der Bevölkerung diesen Ton jedoch dauerhaft. Das ist natürlich störend und belastend. Bei Akutfällen empfiehlt der Experte eine Therapie mit Cortison, das allerdings nur nach entsprechender individueller Abklärung. Wer also mit Tinnitus zu kämpfen hat, ist mit einer Untersuchung durch eine*n HNO-Ärzt*in gut beraten. Gegebenenfalls kann auch ein MRT Teil dieser Evaluierung sein. Eine entsprechende Hörgeräte-Versorgung kann nach Meinung von Dr. Schobel in vielen Fällen ebenfalls Abhilfe schaffen.

Man sieht eine Person, die einen Hörtest absolviert.

Macht ein Hörgerät immer Sinn?

Hörgeräte verbessern das Richtungshören sowie das Wahrnehmen der Töne in allen Frequenzbereichen und auch das Sprachverstehen wird mit ihnen einfacher. Aber bedeutet das, dass man in jedem Fall ein Hörgerät braucht? Das kommt natürlich sehr auf die individuelle Situation an. Eine tatsächliche Empfehlung kann hier nur der*die Hör-Spezialist*in geben. Für Dr. Schobel liegt das große Problem allerdings nicht bei dieser Frage, sondern bei einem ganz anderen Punkt: Die Abklärung des Bedarfs erfolgt oft viel zu spät. Das liegt daran, dass sich viele Arten eines Hörverlustes gewissermaßen anschleichen. Gewöhnen wir uns zu sehr daran, bemerken wir oft gar nicht, dass wir schon von einer Hörlösung profitieren würden. Damit alle Aspekte berücksichtigt werden, empfiehlt Dr. Schobel außerdem, dass auch ein Sprach-Hörtest durchgeführt wird. Ein Tonschwellen-Test zeigt oft nur einen Teil einer möglichen Hörminderung an. Um eine möglichst perfekte Hörlösung zu gewährleisten, müssen alle Faktoren beachtet werden.

Wie können verschiedene Hörlösungen aussehen?

Bei dem Wort Hörlösung denken viele zuallererst an Hörgeräte. Und natürlich spielen diese technischen Wunderwerke, ebenso wie die Cochlea-Implantate, eine wesentliche Rolle. Die Auswahl an verschiedenen Modellen ist groß. Besonders beliebt und bekannt sind die sogenannten “Hinter-dem-Ohr”-Geräte. Im Gegensatz zu den kleinen Geräten, die direkt im Gehörkanal getragen werden (“Completely-in-Canal”), sind sie außerdem für die Mehrheit der Betroffenen geeignet. Ob und welches Modell für Sie passt, hängt sowohl von der notwendigen Leistung als auch von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab.

Ein Hörgerät wird übergeben.

Geht es nur mit Hörgerät?

Nein, es gibt tatsächlich auch viele andere Methoden, um die Hörleistung zu verbessern. Das Sprachverstehen kann mit speziellen Trainings gefördert werden. Oft werden diese Trainings auch in Verbindung mit Hörgeräten angeboten. Denn bei der Neuversorgung kann dies zu einer noch größeren Verbesserung führen, als die Technologie alleine bewältigen könnte. Auch hier hängt viel von der persönlichen Einstellung und Situation ab. Dr. Schobel empfiehlt daher auch an dieser Stelle unverbindliche Beratungstermine und regelmäßige Kontrollen. 

Kontakt:

Tinnituszentrum
Dr. Johannes Schobel & Partner

Grenzgasse 12, 3. Stock
3100 St.Pölten

Tel.: 02742 / 35 43 22
tinnituszentrum@schobel.at
www.tinnituszentrum.at

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