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Hört Mann oder Frau  besser?

Anlässlich des Internationalen Männertages am 19. November sind wir der Frage nachgegangen, welches Geschlecht besser hört. Mehrere Studien und HNO-Ärzte bringen Licht ins Dunkel.

Das mit dem Zuhören zuhause ist immer so eine Sache. Der eine fühlt sich nicht gehört oder falsch verstanden. Der andere hat das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Mangelnde Kommunikation ist oft der Grund, warum es in Beziehungen zu manch Missverständnissen kommt. Wenn das alltägliche Verstehen oft schwer fällt, kann aber auch das Hörvermögen eine Rolle spielen. Deshalb die Frage: Wer hört eigentlich besser – Mann oder Frau?

Mit diesem Thema haben sich auch bereits einige wissenschaftliche Studien befasst – abseits aller Klischees. Mit dem Ergebnis: Männer sind tendenziell häufiger von einer Hörminderung betroffen als Frauen. Außerdem soll das Hörvermögen bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr langsamer nachlassen als bei Männern. „Frauen können gesprochene Sprache generell besser verstehen“, sagt Jens Eduard Meyer, der HNO-Chefarzt in der Hamburger Asklepios Klinik St. Georg, und verweist auf zwei Langzeitstudien aus den USA und Italien. Und das soll sich wiederum positiv auf die Kommunikationsfähigkeit von Frauen auswirken.

Lauter Arbeitsplatz als mögliche Ursache

Dass Männer tendenziell schlechter hören, deckt sich auch mit den Erfahrungswerten von Markku Patjas, HNO-Arzt in Innsbruck. Sehr groß sei der Unterschied – auch statistisch erfasst – aber nicht. „Auch wenn wir hier Stereotypen bemühen: Männer haben mehr mit Knallkörpern zu tun, mit lauten Maschinen, arbeiten häufiger auf Baustellen als Frauen. Sie wählen durchschnittlich einen lauteren Beruf als Frauen“, nennt Patjas mögliche Ursachen.

Belegt wird das durch eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen. Die Lärmbelastung am Arbeitsplatz sei bei vielen klassischen Männerberufen höher sei als bei sogenannten Frauenberufen, sagt der Leiter der Studie, Eckhard Hoffmann. Ältere Männer würden außerdem zum Teil noch an Kriegsfolgen leiden.

Welche Rolle Lebensstil und Hormone spielen

Auch der persönliche Lebensstil kann laut Experten eine Rolle spielen. So hätten Männer früher deutlich ungesünder bzw. weniger gesundheitsbewusst gelebt als Frauen bzw. die heutige Generation. Medizinisch gesehen wirken sich auch weibliche Hormone positiv auf das Gehör aus: „Ihnen kann eine gewisse Schutzfunktion zugewiesen werden“, sagt HNO-Facharzt Patjas. Diese nimmt im Alter jedoch ab. Dafür seien Frauen von bestimmten Ohrerkrankungen der Ohren hormonell bedingt häufiger betroffen – etwa von Otosklerose, einer Erkrankung des Knöchelchens, das sich am Übergang vom Mittel- zum Innenohr befindet.

Fazit: Frauen sind Männern grundsätzlich ein paar Töne voraus – zumindest bis zu einem gewissen Alter. Eines gilt jedoch für beide: Ein regelmäßiger Hörtest zur Vorsorge zahlt sich aus. Damit auch das mit dem Zuhören zuhause bestmöglich klappt.