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Was genau ist ein Paukenerguss?

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Was genau ist

ein Paukenerguss?

Autor*in

Carmen Scherbichler

Carmen Scherbichler

23.06.2023

Unser Gehör ist komplexer, als uns oft bewusst ist. Das ist auch der Grund, warum wir manchmal mit den verschiedensten Beschwerden im Bereich unserer Ohren zu tun haben. Wir wollen darüber informieren, damit wir uns gemeinsam unserer Hör-Gesundheit widmen können. Eine der Beschwerden ist der sogenannte Paukenerguss. Unter diesem Begriff verstehen wir eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. 

Welche Ursachen gibt es?

Der wesentliche Auslöser ist eine Erkältung bzw. ein Schnupfen, der in Verbindung mit Schleimhautschwellungen oder -wucherungen auftritt. Aus dieser Kombination entsteht eine Störung der Tubenbelüftung. Das bedeutet, dass die Verbindung des Mittelohrs mit dem Nasenrachenraum unterbrochen ist. Im Mittelohr bildet sich in weiterer Folge ein Sekret, das nicht richtig abfließen kann. Dadurch wird die Bewegung der sogenannten Gehörknöchelchen beeinträchtigt. Können Hammer, Amboss und Steigbügel die Schallwellen nicht mehr an das Innenohr weiterleiten, tritt ein Hörverlust auf. 

Was sind die Symptome eines Paukenergusses?

Da der Paukenerguss oft auf einer Seite auftritt, kommt es im betroffenen Ohr zu starken Schmerzen und der bereits erwähnten Hörminderung. Zu den weiteren Symptomen zählen Fieber und Schnupfen, die von einem Infekt bzw. einer Erkältung ausgelöst wurden. Sie sind also keine primären Symptome, können aber Aufschluss darüber geben, ob es sich bei den Ohrenschmerzen um einen Paukenerguss oder eine andere Krankheit handelt. Am meisten sind Kinder mit vergrößerten Rachenmandeln zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr betroffen. Im Erwachsenenalter ist der Paukenerguss wesentlich seltener.

Wie kann ein Paukenerguss diagnostiziert werden?

Der erste Schritt ist immer der Weg zu einer*einem Fachspezialist*in, damit eine fachliche Diagnose getroffen werden kann. Erkennbar ist ein Paukenerguss durch den entstandenen Unterdruck im Innenohr. Dieser zeigt sich durch eine Wölbung des Trommelfells nach innen. Über ein Otoskop kann diese Einziehung erkannt werden. Auch das Sekret mit seiner goldgelben Farbe ist ein Indiz für den Paukenerguss. Über das Tonaudiogramm wird die Auswirkung auf das Hörvermögen untersucht, die mit dem Paukenerguss einhergeht. Bei sehr kleinen Kindern kann auch gemessen werden, wie die feinen Haarzellen im Innenohr auf Schallwellen reagieren. Die Messung ist völlig schmerzfrei und nicht invasiv. Damit ist die Reaktion des Kindes – im Gegensatz zur herkömmlichen Testmethode – nicht notwendig.

Wie kann ein Paukenerguss behandelt werden?

Vor allem bei Kindern zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr sollte ein Paukenerguss unbedingt ärztlich behandelt werden. In diesem Alter befinden sich die Kinder in einer wesentlichen Phase der Sprachentwicklung, die natürlich nicht beeinträchtigt werden sollte. Da sich der Paukenerguss oft von selbst zurückbildet, wird mitunter etwas abgewartet, bevor eingegriffen wird. Sind die Beschwerden ein paar Wochen nach dem erstmaligen Auftreten allerdings noch immer vorhanden, wird gegebenenfalls der sogenannte Trommelfellschnitt angewandt. Dabei wird, wie der Name schon sagt, ein kleiner Schnitt in das Trommelfell gemacht, damit das Sekret abfließen kann. Die Hörminderung wird dabei umgehend verbessert, da die Gehörknöchelchen den Schall wieder ungehindert weiterleiten können. 

Das Paukenröhrchen

Wenn der Paukenerguss häufiger auftritt, kann die Methode des Paukenröhrchens angewandt werden. Dabei wird ein kleines Röhrchen ins Trommelfell eingesetzt. Durch dieses Röhrchen wird die Belüftung des Mittelohrs aufrechterhalten und dauerhaft ermöglicht. Es kommt also gar nicht erst dazu, dass sich das Sekret aufstaut. Im gleichen Zug werden oft auch die Rachenmandeln entfernt, damit die Tubenbelüftung weiter verbessert wird. Ein Paukenröhrchen unterstützt damit unter anderem auch das Sprachverstehen bei einem Paukenerguss bzw. kann einer Sprachentwicklungsstörung vorbeugen. Das Einsetzen ist eine operative Handlung und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Das Röhrchen fällt im Zeitraum von 6 bis 18 Monaten danach von selbst wieder heraus und das Trommelfell schließt sich. Ein operatives Entfernen ist damit nicht notwendig.

Wie steht es um Ihre Hörstärke?

Die Gesundheit unserer Ohren hat oberste Priorität – besonders wenn es um die Hör-Gesundheit unserer Kinder geht. Nutzen Sie die Gelegenheit eines unverbindlichen Beratungstermins und machen Sie sich auf den Weg zu Ihrer Hörstärke.

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