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Was können wir gegen Ohrendruck tun?

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Was können
wir gegen
Ohrendruck tun?

Autor*in

Carmen Scherbichler

Carmen Scherbichler

20.06.2023

In verschiedenen Situationen spüren wir Druck auf den Ohren. Bei Flugreisen, Autofahrten ins Gebirge oder bei sportlichen Aktivitäten wie etwa Bergsteigen oder Tauchen. Auslöser für das unangenehme Gefühl sind die Schwankungen im Luftdruck bzw. Höhenveränderungen, denen wir uns nicht schnell genug anpassen können. Obwohl es in den meisten Fällen harmlos ist, dürfen wir den Druck auf den Ohren nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wodurch entsteht Druck auf den Ohren?

Die Auslöser für ein- oder auch beidseitigen Druck auf den Ohren können vielseitig sein. Üblicherweise werden sie jedoch mit den bereits erwähnten Höhenveränderungen assoziiert. Das bedeutet, bei Flugreisen oder Ausflügen ins Gebirge, kann unser Gehör den Druck im Mittelohr nicht an den veränderten Luftdruck in der Umgebung anpassen. Vor allem bei Schwankungen in relativ kurzer Zeit treten unter Umständen Ohrenschmerzen auf. Auch bei Tauchgängen muss man auf das typische Druck-Gefühl achten und früh genug mit dem Ausgleich beginnen – bevor es schmerzhaft wird. Verschiedene Techniken dazu haben wir im Artikel zum Thema Apnoetauchen vorgestellt.

Druck von innen oder außen?

Der Druck in den Ohren kann nicht nur in einer bestimmten Umgebung, sondern auch bei einer Verstopfung durch Ohrenschmalz oder einer Belüftungsstörung bzw. Tubenventilarstörung entstehen. Damit ist gemeint, dass die Ohrtrompete geschwollen ist oder durch vergrößerte Rachenmandeln blockiert wird. In diesem Fall wird das Ohr nicht richtig belüftet und es entsteht ein Unterdruck. Der Druckunterschied beginnt also im Inneren des Ohres, ist aber ebenso unangenehm. 

Wie kann es noch zu Druck auf den Ohren kommen?

Druck auf den Ohren kann auch durch Allergien und anatomische Begebenheiten ausgelöst werden. Dazu gehören unter anderem Nasenscheidewandverkrümmungen oder Gehörgangexostosen. Was es damit auf sich hat, beschreiben wir im entsprechenden Artikel. Im Fall eines Hörsturzes kann es ebenfalls zum Druckgefühl in den Ohren kommen, ebenso bei Kiefergelenksproblemen, Muskelverspannungen im Gaumen- oder Kieferbereich sowie bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Zu den weiteren Auslösern können auch Morbus Menière oder ein Tumor zählen. Zu den Symptomen der Menière-Krankheit gehören Schwindelanfälle, Hörverlust und Tinnitus. Die Kombination kann ebenfalls ein Druck-Gefühl auf den Ohren auslösen. Die häufigste Ursache ist jedoch ein zu rascher Druckunterschied und ist daher vorübergehend und somit vergleichsweise harmlos.

Welche Symptome und Begleiterscheinungen gibt es?

Abhängig vom Grund des Ohrendrucks kann es zu Schwindel, einer eingeschränkten Hörwahrnehmung und Missempfindungen im Ohrbereich kommen. Wie bereits erwähnt, kann der Druck in den Ohren auch schmerzhaft werden, wenn er zu stark ist oder zu lange anhält. Ist die Ohrtrompete verschlossen, führt das unter Umständen ebenfalls zu Ohrendruck. In diesem Fall sammelt sich ein Sekret im Mittelohr an, das gegen das Trommelfell drückt. Unter Umständen führt das sogar zu Infektionen, wie einer Mittelohrentzündung, Atemwegsinfekten und Nasennebenhöhlenentzündungen. Ist der Druck in den Ohren nicht nur vorübergehend oder wird nicht von der Umgebung ausgelöst, sollte man in jedem Fall eine HNO-ärztliche Untersuchung in Betracht ziehen.

Wie kann Ohrendruck untersucht werden?

Der erste Schritt ist üblicherweise eine sogenannte Otoskopie, auch Ohrenspiegelung genannt. Damit lassen sich erste Anomalien im Ohr feststellen. Beispielsweise, ob das Trommelfell nach außen oder nach innen gedrückt wird – etwa durch eine Sekretansammlung im Mittelohr. Die pneumatische Otoskopie untersucht gezielt die Funktion der Ohrtrompete. In diesem Zusammenhang wird auch oft eine Nasenspiegelung, Rhinoskopie genannt, durchgeführt. So kann untersucht werden, ob die Ohrtrompete sich normal öffnet und das Ohr ausreichend belüftet werden kann. Das Mittelohr wird mittels Tympanometrie untersucht. Dabei wird der Druck im Mittelohr gemessen, indem eine kleine Sonde verwendet wird. Der Wert wird anschließend mit dem Außendruck verglichen. Liegt die Ursache bei den Kiefergelenken, dann kann auch ein*e Zahnspezialist*in herangezogen werden. 

Fehlender Druckausgleich und wie man ihn behebt.

Wenn der Auslöser ein mangelnder Druckausgleich ist, können wir diesen ganz leicht beheben. Oft genügen schon Gähnen, Schlucken oder Kauen. Reicht das nicht aus, empfehlen wir die Valsalva Technik. Zuerst einatmen und Mund und Nase schließen. Dann vorsichtig ausatmen. So kann der Druckausgleich stattfinden, da Luft in die Ohrtrompete gedrückt wird. Oft kommt es dabei auch zu einem leisen Knacken. Weitere Methoden haben wir hier beschrieben. Um dem Druck gleich vorzubeugen, etwa bei Flugreisen, empfehlen sich Nasentropfen und Sprays. Damit kann der Druckausgleich erleichtert werden. Auch Kaugummi kauen ist eine gute Methode, um die Ohren während einer Druckveränderung zu unterstützen. Mit diesen Techniken sowie Tipps und Tricks steht den Tauch- und Kletterausflügen nichts mehr im Weg.

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