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Wie kann ich Personen mit Hörminderung helfen?

DAS MAGAZIN VON NEUROTH

Wie kann ich Personen mit

Hörminderung helfen? 

15.09.2022

Ein Hörverlust entsteht meist schleichend und über viele Jahre hinweg. Gespräche werden kürzer und zunehmend einseitig. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt und das Gegenüber zieht sich immer mehr zurück. Oftmals sind es nahestehende Personen, die diese Veränderungen zuerst bemerken. Doch wie spricht man dieses Thema richtig an?

Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor. 

Niemand hört gerne, dass sie/er ein Problem hat. Bei einer Hörminderung kommt verschlimmernd dazu, dass viele den Hörverlust mit dem Älterwerden gleichsetzen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass das erste Gespräch von einer Vertrauensperson initiiert wird. 

Vergewissern Sie sich im Vorfeld, ob auch andere Personen im Bekanntenkreis eine Verschlechterung festgestellt haben, und besprechen Sie Beispiele, bei denen die Veränderung verstärkt aufgefallen ist. Diese können später im Gespräch angeführt werden, um bei der betroffenen Person ein Bewusstsein für die Hörbeeinträchtigung zu schaffen.

Der erste Schritt ist der schwierigste.

Wenn Sie das Gespräch suchen, wählen Sie einen ruhigen Moment und Ort dafür aus. Beide sollten für eine längere Unterhaltung empfänglich und nicht von anderen Dingen abgelenkt oder am Sprung sein. Den Gesprächseinstieg können Sie beispielsweise mit einer Situation beginnen, bei der Ihnen erst vor kurzem die Hörminderung aufgefallen ist. 

„Mir ist beim letzten Filmabend mit dir aufgefallen, dass der Fernseher sehr laut aufgedreht war. Kannst du dich noch erinnern, dass ich dich gebeten habe, leiser zu schalten?“ 

Das Beispiel sollte im besten Fall nur Sie beide betreffen und keine weiteren Personen involvieren. Sonst entsteht schnell der Eindruck, dass Sie sich mit anderen verbündet haben und die/den Betroffene*n damit in die Enge treiben wollen. Zeigen Sie Empathie und Verständnis für Ihr Gegenüber und üben Sie keinen Druck aus. Signalisieren Sie ihr vielmehr, dass Sie sich um ihre/seine Gesundheit sorgen und Folgeerkrankungen, wie eine Depression oder Alzheimer, verhindern möchten. 

Wie kann ich helfen?

Ist das Gespräch bereits am Laufen, so können Sie behutsam auf mögliche Optionen hinweisen, die Sie – gerne gemeinsam – umsetzen können, um die Hörminderung in Angriff zu nehmen. Einer der ersten und wichtigsten Schritte ist es dabei, die betroffene Person zu einem Hörtest zu bewegen.  

Studien haben belegt, dass Personen, die bereits erste Fakten über ihr Hörvermögen haben, eher dazu bereit sind, sich Hilfe zu suchen. Machen Sie der betroffenen Person auch bewusst, dass ein Besuch bei einer/einem Hörakustiker*in nicht automatisch bedeutet, dass sie nun ein Hörgerät braucht. Welche Hörlösung für sie am besten geeignet ist, kann nur die/der Hörakustik-Expert*in nach einer umfassenden Untersuchung entscheiden.  

Wie können Sie sich auf diesen Termin vorbereiten?

Der Besuch einer/eines Hörakustiker*in ist oft mit folgenden Ängsten und Gedanken verbunden: 

  1. “Ich bin noch zu jung für Hörgeräte. Das tragen doch nur „Alte“. Außerdem sieht und hört doch jede*r sofort, dass ich eine Hörhilfe trage. Das ist mir unangenehm.”
  2. “Die Hörgeräte leisten doch gar nicht, was sie versprechen!”
  3. “Die Hörgeräte, die mir zusagen würden, kann ich mir nicht leisten.” 

Gehen Sie auf die Sorgen der betroffenen Person ein und zeigen Sie ihr/ihm, dass viele – wenn nicht sogar alle – ihrer Ängste unberechtigt sind. Informieren Sie sich online über die unterschiedlichen Hörgeräte. So bekommen Sie ein Gefühl, wie heutige Hörhilfen aussehen und Sie werden sehen, dass es für jede Preisklasse passende Hörlösungen gibt. Rasch werden Sie bemerken, dass moderne Hörgeräte viel mehr können, als „nur“ das Hörvermögen zu verbessern. 

Empathie und Geduld sind die wichtigsten Faktoren im Umgang mit einer hörbeeinträchtigten Person. Stellen Sie sich darauf ein, dieses Gespräch öfters und in unterschiedlichen Situationen zu führen. Auch wenn Sie anfangs keine Zustimmung erhalten, so wird Ihnen die/der Betroffene am Ende sehr dankbar dafür sein, dass Sie sie am Weg zu ihrer/seiner Hörstärke so tatkräftig unterstützt haben. 

Ihr Weg zur Hörstärke.

Jedes Ohr ist einzigartig und verdient besondere Aufmerksamkeit. Darum unterstützen wir Sie dabei, Ihre Hörstärke zu entdecken.

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